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Emotionales Management. Erfolgsfaktoren sozial kompetenter Führung.
Der Leser erfährt nachvollziehbar in der Begründung, dass Konflikte heute zu den Kernelementen und -prozessen des alltäglichen-beruflichen und privaten Lebens gehören. Sie sind unvermeidlich! Unvermeidlich deshalb, weil sich mit Prozessen des sozialen Wandels, mit Pluralisierung und Individualisierung die Wahrnehmungs-, Betrachtungs- und Bewertungsweisen der einzelnen Menschen auseinander entwickelten. Wechselseitiges Verständnis und Verstehen kann daher nicht mehr fraglos als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Von dort wie von den
Alltagserfahrungen her sind Veränderungs- und Verständigungskonzepte nötig. Erreichbar sind diese durch kleine Schritte statt durch große Sprünge. Dem Leser wird auf jeden Fall „der Zahn gezogen", dass es nicht mehr um kurzzeitige Überraschungseffekte geht, sondern um einen systematisch und geduldig betriebenen Umbau organisatorischer Strukturen in Unternehmen und um Veränderungen in den persönlichen Verhaltensweisen aller Unternehmensmitglieder. Wer vermeiden will, mit organisatorischen Strukturen von gestern und den inhaltlichen Konzepten von heute die Probleme von morgen zu lösen, findet in dieser Veröffentlichung ein überzeugendes Konfliktmanagement.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Zur Ambivalenz von Konfliktangst und Konfliktregelung
- Zur gesellschaftlichen Funktion und Bewertung von Konflikten
- Krisenangst und Konfliktverdrängung in der Bundesrepublik
- Begriff, Verständnis, Definition von Konflikten
- Konflikte - Arten - Varianten - Typen
- Ein Arbeitsmodell zur Untersuchung und Optimierung bei Konfliktlösungen
- Untersuchung und Optimierung von Konfliktlösungen
- Leitlinien zur Entwicklung eines effektiven Konfliktlösungssystems:
Interessenorientierung
Ziel- und Lösungsorientierung
Ressourcenorientierung
Effizienzorientierung
- Schritte zur Einführung und Umsetzung eines effektiven Konfliktlösungssystems
Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge

Berichte

Emotionale Analphabeten im Management? / Bericht
Kernaussage der Autoren:
„Wer die weichen Faktoren vernachlässigt,
darf keine harten Gewinne erwarten."
Dieses Buch erlebte ich als ein einziges großes Argument gegen den
vorherrschenden „emotionalen Analphabetismus" im Management.
Die Argumentation besteht in 10 wohlüberlegten Schritten,
die miteinander in Wechselwirkung stehen.
1. Warum wird gerade in der New Economy (verstanden als „neues Denken in der Ökonomie")
der Faktor Emotion immer erfolgsbedeutsamer?
2. Woraus setzt sich die neue Vorstellung von emotional-sozialen Erfolgsfaktoren zusammen?
3. Was muss ich also können, um künftig erfolgreich zu sein?
4. In welchen Berufssituationen sind emotionale und soziale Kompetenz für mich unabdingbar?
5. Wer ist das eigentlich, dieses „Ich" in aktueller (kognitionswissenschaftlicher) Sicht?
6. Was trägt die neue Kompetenz zur viel beschworenen „Ganzheitlichkeit" bei?
Welche Ressourcen tragen den Erfolg - welche gilt es daher zu pflegen?
7. Wie entsteht unser Bild von der Wirklichkeit und wie wirkt es sich sozial
(und damit ökonomisch) aus?
8. Wie organisiere ich als Manager erfolgswirksame (emotional-soziale)
Bedingungsfelder in meinem Verantwortungsbereich?
9. Wie optimiere ich das alles über Controlling und Qualitätsmanagement?
10. Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das systemische Vorgehen -
und wie geht man sinnvoller Weise als Manager systemisch (=systemverträglich) damit um?
Wie ein roter Faden durchziehen das Buch Kernaussagen wie:
Emotionale Intelligenz ist ein bedeutsames Schlüsselpotential
für den Führungserfolg. Emotionen sind Basisenergien unseres Handelns.
Intelligenz und Gefühl - Gegensatz oder Ergänzung?
Das Buch ist durchsichtig gegliedert und lässt sich gut lesen.
Obwohl man hinter dem Buchtitel ein theoretisches Werk vermuten
könnte: Es ist praxisnah geschrieben und bringt zahlreiche real erlebte Fälle aus dem Führungsalltag
und für den hält es vielfältige Anregungen und Empfehlungen bereit.



Gonschorreks Standardwerk / Bericht
Die Dominanz der immateriellen Güterproduktion führt zunehmend zu einem Wettbewerb um „Geist- und Herzanteile", zu einer evolutionären Weiterentwicklung der Dienstleistungs- in eine „Erlebnis- und Gefühlsökonomie". Die Perioden des materiellen Überfluss gehen unaufhaltsam und logisch in der Informations- und Wissensmanagement-Marktwirtschaft in ein „Zeitalter des Gefühls" über. Der potentielle Konsument will emotional angesprochen, umworben, unterhalten, verblüfft oder mit angenehmen Phantasien verführt werden. Vielerorts, nicht nur im Eventmarketing, dominiert schon die "Entertainment- oder Vibration-Economy". In der zunehmend emotional-sozialen Ökonomie ist zwangsläufig auch ein professionelles empathie- und sympathiebasiertes „Emotionales Management" dieser oft sehr intimen menschlich-seelischen Bedürfnisse angesagt. Dies macht auch ausgeprägte soziale Kompetenzen, wie Kommunikations-, Überzeugungs-, Verhandlungs- und explizit Führungsfähigkeiten, unumgänglich. Dabei spielt vor allem das Vorhandensein, Wecken und Einbringen inter- und intrapersonaler Kompetenzen im Sinne des Gardner'schen Theoriekonstruktes der emotionalen Intelligenz eine Schlüsselrolle. Bereits im Vorwort des hier zur Rezension herangezogenen Buches von U. Gonschorrek stellt dieser fest: „Das Ernstnehmen des Emotional-Sozialen ist keine weitere Management-Mode, sondern eine ganz neue Art zu denken, strategisch zu planen und zu führen" (S.11).
Wie sehen die Erfolgsdeterminanten des emotionalen Führens aus ? Wie sollen betriebliche Organisationsformen zur sozial kompetenten Führung in Zukunft praktisch aussehen und funktionieren ? Warum müssen gute Manager verstehen, warum die Mitarbeiter oder Kunden „verrückt", „traurig" oder „froh" sind und welche „Befindlichkeiten" eine Rolle spielen ? Welche Kenntnisse und qualifikatorischen Anforderungsbedingungen sind notwendig, damit das Management in dieser „Feeling-Economy" die richtigen sinnlichen Strategien, aufbauend auch auf ethischen und ästhetischen Erfolgsgrößen, trifft ? Wie sollen hierbei die besonders produktiven, ideen- und umsetzungsfähigen Mitarbeiter und high-potentials gewonnen, motiviert, gebunden und emotional angesprochen werden, insbesondere im Zeitalter des zunehmenden Freelancer- und Projektmanagement-Denkens mit abnehmenden unternehmensbezogenen Loyalitäts- und Bindungsintensitäten ? Auf welchen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und Befunden der ganzheitlich emotional-sozialen Führungsforschung muss hier ein effektives Personalmanagement oder Customer Relationship Management aufbauen ?
Antworten zu diesen Fragen müsste der interessierte Leser in der Vielzahl der aktuellen Publikationen mit Überschriften wie „Emotionsarbeit" (D. Rastetter; J. Gerhards), „Emotionale Kompetenz" (M. Brehm), „Emotionale Intelligenz" (D. Goleman), „Arbeit und Emotion" (W. Kannheiser; N. Frese), „Gefühlsarbeit" (A. Strauss) etc. aus allen Fachrichtungen mit viel Aufwand selbst suchen und zusammentragen.
In der wissenschaftlich-fundierten, interdisziplinär-integrativen Kompilation, praxisnah-anwendungsorientierten und vor allem strukturiert-akribischen Behandlung dieser und zahlreicher anderer Fragenkomplexe zum „Emotionalen Management" liegt gerade der Verdienst und die „Meisterleistung" des ehemaligen Hochschullehrers für Sozialwissenschaften und Managementexperten U. Gonschorrek, unter Mitarbeit von Esther Berg, und seinem im FAZ-Buchverlag erschienenen Fachbuchs über das „Emotionale Management". Wie in seinen zahlreichen Veröffentlichungen, so auch hier, erhält der Leser wieder eine umfassende, ablauflogisch-systematische und vor allem ganzheitliche Durchdringung der Thematik und profitiert gleichzeitig vom geballten wissenschaftlich-praxisgeprägten Erfahrungspotential sowie von der einfühlsamen und anregenden, ja eben stilistischen „Emotionalität" des Autors. In 10 wohldosierten und strukturierten Kapiteln, meist mit gut ausgewählten Bonmots versehen, wird dem Leser die interdisziplinär weite Palette von Untersuchungsbereichen und Schnittstellen der sich mit der Emotionsproblematik beschäftigenden Wissenschaften, Managementwissenschaft und -praxis offeriert. Das Buch beginnt (Kap.1) mit einer kritischen Bestandsaufnahme der bestehenden und kommenden Management- und Führungsanforderungen, -funktionen und -umfeldbedingungen (Marktgegebenheiten, Individualisierung, Pluralisierung, Fragmentisierung) sowie der Ansichten und Erfolgsdeterminanten des modernen Leadership-Denkens und -Handelns (Potential- und Kompetenzerfordernisse). Daraus leitet Gonschorrek die Erfordernis einer fundierten Befassung mit den emotional-sozialen Fähigkeiten des Managements ab. Kap.2 hat deshalb eine umfassende (ca. 100 Seiten), durchaus kritische Bestandsaufnahme der Schlüsselqualifikation der (neu entdeckten ?) „emotionalen Intelligenz" (Goleman, Gardner, Sternberg etc.) mit all seinen Voraussetzungen und Einordnungen in den interdisziplinären (neuro- und kognitionswissenschaftlichen, psychologischen, philosophischen) Komplex der Intelligenz- und Emotionsforschung zum Gegenstand. Dem schließt sich eine Auseinandersetzung mit dem gesamten Spektrum der zukünftigen „Fähigkeitspotentiale" von Führungskräften an (Kap.3), die von einer kritischen Analyse des Kompetenzbereiches der beruflichen Bildung (Fach-, Methoden-, Sozial-, Medien- oder personale Kompetenz) sowie der Frage nach der Reflexionsfähigkeit und Problematik der Schlüsselqualifikation begleitet werden. Ein Höhepunkt und Kernbereich bildet die multiple Auseinandersetzung des Autors in Kap. 4 mit den Erfolgsdeterminanten eines „emotional-sozial intelligenten Führungsverhalten". Seine am ökonomischen Knappheits- und Ressourcenbegriff orientierte Behandlung umfasst nahezu alle Einflussgrößen, wie „soft facts", „Autorität", „Orientierung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen", „Mitmenschlichkeit", „Personale Stabilität", „Interne Kundenorientierung", „Betriebsfrieden", „Konfliktbewältigung", „Konsistenz", „Motivation", „Loyalität", „Vorbilder für richtiges Verhalten", „Zielklarheit", „Beurteilen und Qualifizieren". Fließend ist darauffolgend der Übergang zur neuro- und kognitionswissenschaftlichen Befassung mit „zeitgemässen Ich- bzw. Persönlichkeitsmodellen" (Kap.5), die die emotionsrelevanten Aspekte des Bewusstseins, des Selbstwertgefühls, des sozialen Lernens oder der Konsistenz betreffen. Mit den vier abschliessenden, relativ kurzen Kapiteln 6 - 10 liefert der Verfasser dem wissbegierigen Leser, „zum vollen Verständnis dieser Entwicklung", wie er selbst formuliert, tiefergehende wissenschaftliche Beiträge. Dies betrifft die Konzeption des ganzheitlichen (systemtheoretischen) Managementdenkens gemäß der St.Gallener Schule (Kap. 6), die notwendige Auseinandersetzung mit der Problematik des Konstruktivismus und ihrer Realitätsmodellierung (Kap. 7), die organisationspsychologischen und -kulturellen Handlungsnotwendigkeiten, die aus dem „Emotionalen Management" resultieren bzw. dieses bedingen (Kap. 8), die darausresultierenden Anforderungen an ein zeitgemäßes, ganzheitliches Qualitätsmanagement (Kap. 9) sowie die Hinführung zu einem tiefverwurzelten systemischen Denken und Handeln des Management, demonstriert anhand einer Vielzahl gut selektierter Beispiele (Kap. 10).
Diese profunde fachliche Arbeit dokumentiert sich in einer geradezu detailgenauen und trotzdem komplexitätsreduzierenden Behandlung und Systematisierung einer Vielzahl neuerer neuro- und kognitionswissenschaftlicher, systemtheoretischer, wirtschafts- und organisations-psychologischer Befunde zum Aspekt der „Emotionalität". Einer ganzheitlichen Sichtweise verpflichtet, ist es das herausragende Merkmal von U. Gonschorrek, dem Leser den Transfer und die handlungsbezogenen Konsequenzen dieser neueren Erkenntnisse für das zeitgemäße Management, immer in komparativ-kritischem Vergleich mit bestehenden Management- und Führungsansätzen (z.B. Qualitäts-, Prozess- oder Personal/HR-Management), vor Augen zu führen. Gütekriterien der unterhaltsamen und strukturierten Lesbarkeit und Kontinuität sind neben einer Vielzahl von praxisentlehnten ‚case-studies' und innehaltenden, bilanzierenden Zwischenfaziten und Überblicksanhängen (Kompetenzübersicht, Moderatorenregeln, emotional-soziale Kommunikationslehre), die bekannten „Gonschorrek'schen" textlich und graphisch aufbereiteten Zusatzinformationen, wissenschaftlich-explikativen Ergänzungen, Kurzkommentare und Erläuterungen, die bis in das ausführliche Verzeichnis der kapitelbezogenen, aktuellen Buch- und Zeitschriftenliteratur hineinragen und als wertvolle Orientierung für den Leser dienen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass U. Gonschorrek, unter Mitarbeit von E. Berg, mit seinem fruchtbaren und in dieser Art einmalig umfassend und gleichzeitig fokussierenden Beitrag zur modernen, kritisch-reflektierenden und gleichzeitig praxisorientierten Managementliteratur, alle Güte- und Qualitätskriterien eines zukünftigen Standardwerks der Führungslehre zum „Emotionalen Management" erfüllt.

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