Dieses Buch gibt umfassend Auskunft zu allen Fragen der Personalentwicklung - von den theoretischen Grundlagen bis hin zur erfolgreichen Einführung im Unternehmen.
Berichte
Umfassend, fundiert und anschaulich - Empfehlenswert! / Bericht
Die personalwirtschaftlichen Herausforderungen verlangen eine theoretisch, konzeptionell, inhaltlich und methodisch ausgereifte Personalentwicklung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ebenen und Bereiche im Unternehmen sowie Verwaltungen.
Bereits in dritter Auflage liegt dieses Standardwerk für Personaler aus dem Hause Schäffer-Poeschel seit Februar 2002 vor. Der Inhalt ist am besten im Untertitel zusammengefasst: Bildung, Förderung und Organisationsentwicklung sind nach wie vor die Schwerpunkte des Kompendiums neben der anwendungsorientierten Aufbereitung der Grundlagen der Personalentwicklung.
Gegenüber den Vorauflagen treten in der theoretischen Betrachtung die handelnden Personen stärker in den Vordergrund. In vielerlei Hinsicht hat es der Leser - wie der Autor im Vorwort ausdrücklich betont - hier mit einem "widersprüchlichen" Werk in einer widersprüchlichen Zeit zu tun. Vor allem die immer striktere Trennung zwischen Qualifikation und Kompetenz aber auch die Diskrepanz zwischen den hochgesteckten Anforderungen von Unternehmen an ihre Mitarbeiter bei gleichzeitig fortschreitender Differenzierung der Belegschaft und Reduktion auf die Kernkompetenzen veranlassen den Autor zu diesem Befund. Ein auf dem letzten Stand befindliches Handbuch für qualifizierte Personalentwicklung.
Streng rationaler Ansatz / Bericht vom14. März 2005
Was unterscheidet Dilettanten von Wissenschaftlern? Die Antwort von Manfred Becker: Der Wissenschaftler misstraut dem Zufall, meidet Beliebigkeit und sucht systematisch nach geeigneten Verfahren zur Lösung von Problemen.
Schön und keineswegs selbstverständlich, dass der Autor gleich zu Beginn klaren Wein einschenkt und dem Leser bekannt gibt, auf welchem Denkmodell sein Buch beruht und worauf sich der Leser einlassen muss, wenn er einen Gewinn will. Und die Lust, sich auf Beckers Kost einzulassen, muss überdurchschnittlich sein. Denn was der Autor uns vorlegt, ist nahrhaft und hat mit Take-away nichts zu tun. Der Leser steht bei ihm selber in der Küche, muss die Geräte kennen oder sich eingehend mit ihnen vertraut machen. Beckers Rezepte lediglich zu lesen, ist reine Zeitverschwendung. Bei ihm geht es ums Eingemachte. Was ich persönlich zu Beckers Ansatz meine, bringe ich am Schluss dieser Rezension ein.
In sechs Phasen erläutert der Autor sein System: Bedarfsanalyse, Ziele setzen, Kreative Gestaltung von Personalentwicklungsmassnahmen, Durchführung der Massnahmen, Erfolgskontrolle, Transfersicherung. Jeder dieser Phasen wird strukturiert, genau vorgestellt, in Grafiken dargestellt und kurz zusammengefasst. Systematik pur, wie sie an Universitäten gelehrt wird.
Das 4. Kapitel ist überschrieben mit „Notwendigkeit systematischer und strategischer Personalsteuerung. Nach den inzwischen klassischen Begriffen „Humanvermögensrechnung" und „Humankapital" stellt der Autor seine Systematik in den Zusammenhang betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit und schliesst diesen Abschnitt mit einer Seite zu den Grenzen solcher Berechnungen. Das Problem der immensen Datenmenge erkennt der Autor zwar, glaubt aber, dass es zu managen oder nicht relevant genug ist, um auf die Systematik zu verzichten. Das klingt dann etwa so: „Die Systematik des Funktionszyklus kann dabei helfen, einen unverwechselbaren und nachahmungsresistenten Humankapitalstock zu entwickeln, der mit Hilfe einer Humanvermögensrechnung für die Stakeholder sichtbar gemacht werden kann."
Erstes Fazit: Wer an diese Form wissenschaftlicher, systematischer Personalentwicklung glaubt, wird in Manfred Becker seine Bibel finden. In ihr sind die Begründungen enthalten, die Methoden, Formeln, Beispiele, Modelle.
Mein Fazit: Ich glaube nicht, dass das in der Praxis funktioniert. Meine Begründung: Alles, was ich bisher erlebte, andere Erfolgsbeispiele, neuere Ansichten über die Zusammenhänge von Wissenschaft und Zufall, die schwerwiegenden Vorbehalte der Neurologen, die Beschaffenheit des Menschen an sich.
Wie bewerten? Für Beckers Ausführungen seines Glaubensmodels ganz ohne Zweifel fünf Sterne. Teilt man diesen Glauben nicht, so wie ich, dann generiert ein solches Buch falsche Hoffnungen, kostet Zeit und führt irgendwann zum grossen Erwachen oder zu umfassenden Rechtfertigungsstrategien. Aber da die Durchschnittsmenge an Sternen in diesem Fall nach Bestrafung aussieht und wohl lediglich zu Missverständnissen führt, lasse ich den Sternenhimmel für Manfred Becker intakt. Ich bin einfach heilfroh, dass ich all das nicht lernen muss.
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